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Wie entferne ich Unkraut zwischen Pflastersteinen? Methoden im Vergleich

Fugenkratzer liegt auf einer Pflasterfläche mit Unkraut in den Fugen

Wie entferne ich Unkraut zwischen Pflastersteinen am besten? Am sichersten gelingt das mit einem Fugenkratzer, der Pflanzen samt Wurzeln aus der Fuge holt. Heißes Wasser und ein Hochdruckreiniger sind Alternativen, chemische Mittel dagegen sind auf versiegelten Flächen tabu. Dieser Beitrag zeigt, wann welche Methode passt und wie die Fugen danach länger sauber bleiben.

Das Wichtigste in Kürze

  • Mechanisches Auskratzen ist die gründlichste Methode für schmale Fugen.
  • Heißes Wasser wirkt, doch tiefe Wurzeln bleiben oft zurück und eine Wiederholung ist nötig.
  • Hochdruckreiniger säubern schnell, spülen aber Fugensand aus.
  • Unkrautvernichter sind auf versiegelten Flächen verboten.

Welche Methoden helfen gegen Unkraut in Pflasterfugen?

Grundsätzlich gibt es drei Wege: mechanisch entfernen, mit Hitze behandeln oder abspülen. Mechanisch heißt: Kratzer, Bürste oder Unkrautstecher. Hitze bedeutet heißes Wasser oder ein Abflammgerät. Abspülen übernimmt ein Hochdruckreiniger.

Chemische Mittel scheiden aus. Warum, steht weiter unten im Abschnitt zu Essig, Salz und Unkrautvernichtern.

Welche Methode die richtige ist, hängt von mehreren Dingen ab: Wie breit sind die Fugen? Wie tief sitzen die Wurzeln? Ist der Belag Beton, Klinker oder Naturstein? Und wie groß ist die Fläche? Auf einer kleinen Terrasse genügt oft ein Kratzer, auf einer langen Einfahrt wird die Handarbeit schnell mühsam.

Die meisten Flächen lassen sich am besten mit einer Kombination behandeln. Dazu mehr im Abschnitt zur Entscheidungshilfe.

Mechanisch: Unkraut zwischen Pflastersteinen entfernen

Die mechanische Methode ist die älteste und die gründlichste, um Unkraut aus den Pflastersteinfugen zu entfernen. Ein Fugenkratzer mit langem Stiel erlaubt rückenschonendes Arbeiten und holt das Unkraut samt Wurzeln aus der Fuge. Eine Fugenbürste geht dagegen oberflächlicher vor und erwischt nicht alle Wurzeln. Sie eignet sich eher für junge Keimlinge und zur Pflege zwischendurch.

So gehen Sie vor:

  1. Fläche trocken kehren, damit Sie die Fugen sehen.
  2. Fuge mit dem Kratzer Stück für Stück auskratzen, bis die Wurzeln draußen sind.
  3. Gelöstes Unkraut und alten Sand zusammenkehren und entsorgen.
  4. Fugen mit frischem Fugensand auffüllen und einkehren.
  5. Fläche leicht anfeuchten, damit sich der Sand setzt, und bei Bedarf nachfüllen.

Der Schritt mit dem Auffüllen wird oft vergessen. Frisch aufgefüllte Fugen bieten neuen Samen weniger Platz zum Keimen. Offene, leere Fugen laden dagegen neue Samen geradezu ein.

Arbeiten Sie nach Möglichkeit bei trockenem Wetter. Auf nassem Untergrund klebt die Erde und die Fugen sind schwerer sauber zu bekommen.

Heißes Wasser und Abflammen: Wie gut wirkt Hitze?

Heißes Wasser ist eine bequeme Möglichkeit, Unkraut zwischen den Pflastersteinen zu entfernen. Sie gießen es direkt auf die Pflanzen in den Fugen. Nach circa 72 Stunden sollte das Unkraut abgestorben sein; dann lässt es sich auskehren.

Heißes, ungesalzenes Kochwasser von Nudeln oder Kartoffeln lässt sich dafür gut nutzen. Gießen Sie vorsichtig und tragen Sie feste Schuhe, denn Spritzer verbrühen.

Abflammgeräte zerstören die Pflanzenzellen mit Hitze. Bei Trockenheit besteht dabei erhebliche Brandgefahr, weil trockenes Pflanzenmaterial leicht Feuer fängt. Halten Sie Abstand zu Hecken, Holzterrassen und Mülltonnen.

Bei beiden Verfahren bleiben tiefe Wurzeln oft zurück. Das Unkraut kommt dann wieder, besonders bei Löwenzahn und anderen Pflanzen mit Pfahlwurzel. Planen Sie deshalb Wiederholungen ein.

Mit dem Hochdruckreiniger Unkraut aus den Fugen entfernen

Mit einem Hochdruckreiniger lässt sich Unkraut effektiv entfernen und gleichzeitig der Belag reinigen. Das spart bei großen Flächen Zeit, weil Moos, Algen und Schmutz in einem Durchgang verschwinden.

Der Nachteil: Der Strahl löst Sand aus den Fugen. Der muss danach wieder aufgefüllt werden, sonst haben neue Samen leichtes Spiel und die Steine verlieren Halt.

Sachschäden vermeiden Sie mit Vorsicht. Starten Sie mit größerem Abstand und geringerem Druck an einer unauffälligen Stelle. Naturstein und ältere Betonsteine mit empfindlicher Oberfläche reagieren schneller auf einen scharfen Strahl als robuste Klinker. Ein Flachstrahl-Aufsatz ist meist schonender als eine Punktdüse.

Wer sich das nicht selbst zutraut oder keine passende Technik hat, kann die Reinigung vergeben. Mehr zum Thema Moos und Grünbelag finden Sie im Beitrag Moos und Grünbelag auf Pflastersteinen.

Darf man Essig, Salz oder Unkrautvernichter nehmen?

Auf versiegelten Flächen nicht. Unkrautvernichter sind dort in Deutschland verboten, Verstöße werden laut NDR mit Geldbußen bis zu 50.000 Euro geahndet. Das gilt für alle versiegelten Flächen, also auch für Hof, Weg und Einfahrt.

Auch Hausmittel wie Essig, Salz oder Chlor sollten Sie nicht einsetzen; fragen Sie im Zweifel die zuständige Behörde. Zudem gelangen sie in den Boden und ins Abwasser.

Wer unsicher ist, was im Einzelfall erlaubt ist, fragt vorher beim Fachbetrieb oder bei der zuständigen Behörde nach. Heißes Wasser, Kratzer und Bürste sind die unproblematischen Alternativen.

Welche Methode passt zu Ihrer Fläche? Entscheidungshilfe

Die folgende Tabelle ordnet die Verfahren nach dem, was sich sicher sagen lässt.

MethodeWirkung auf WurzelnWichtigster Nachteil
Fugenkratzerholt Unkraut samt Wurzeln herausHandarbeit
Fugenbürsteoberflächlich, nicht alle WurzelnUnkraut kommt schneller wieder
Heißes Wasserwirkt auf die Pflanze, tiefe Wurzeln bleibenWiederholung nötig
Abflammenzerstört oberirdische TeileBrandgefahr bei Trockenheit
Hochdruckreinigerreinigt zugleich den Belagspült Fugensand aus

Vor dem Start hilft diese Checkliste:

  • Fugenbreite und Fugenfüllung prüfen
  • Belagsart klären (Beton, Klinker, Naturstein)
  • Wetter beachten: trocken, kein Frost, bei Dürre kein Abflammen
  • Fugensand zum Auffüllen bereithalten
  • Entsorgung des Grünschnitts planen

Am besten funktioniert eine Kombination: erst auskratzen, dann bei Bedarf mit dem Hochdruckreiniger reinigen, anschließend Fugen neu verfüllen. Kommt zwischendurch neuer Bewuchs, genügt meist die Bürste oder heißes Wasser. Regelmäßiges Kehren verhindert, dass sich Erde in den Fugen ansammelt, in der Samen keimen.

Typische Fehler sind ein zu starker Strahl, vergessenes Nachfüllen von Sand und das Ausweichen auf verbotene Mittel.

Häufige Fragen

Wann ist der beste Zeitpunkt, um Unkraut aus den Fugen zu entfernen?

Am besten bei trockenem Wetter, weil Erde und Sand dann nicht verkleben und der Kratzer die Wurzeln sauber löst. Beim Abflammen sollten Sie zusätzlich auf Trockenheit achten, denn dann steigt die Brandgefahr.

Kann ich Nudelwasser zum Unkrautvernichten verwenden?

Ja, heißes, ungesalzenes Nudel- oder Kartoffelwasser kann auf das Unkraut in den Fugen gegossen werden. Die Wirkung kommt von der Hitze; nach circa 72 Stunden sollte das Unkraut abgestorben sein. Salzwasser ist dagegen nicht erlaubt.

Welche Methode ist am schonendsten für die Steine?

Fugenkratzer und Fugenbürste greifen die Oberfläche am wenigsten an, wenn Sie nicht zu hart arbeiten. Beim Hochdruckreiniger kommt es auf Druck und Abstand an, besonders bei Naturstein.

Pflaster reinigen und Fugen pflegen lassen

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